Japanische Delegation zu Besuch beim BKK Landesverband Mitte
Am 26. Mai 2025 besuchte eine Delegation der japanischen National Federation of Health Insurance Societies (KEMPOREN) den BKK Landesverband Mitte in der Landesvertretung Berlin-Brandenburg. Geleitet wurde die Delegation von Herrn Masahiro Sano, Präsident der KEMPOREN. Herr Sano dankte für den Termin und erklärte, man besuche alle drei bis vier Jahre Deutschland. Das japanische Sozialversicherungsmodell sei dem deutschen System sehr ähnlich, gesetzliche Krankenkassen und insbesondere Betriebskrankenkassen spielen dort eine zentrale Rolle. Daher achte man sehr auf die Entwicklungen in Deutschland, so Herr Sano. Man interessiere sich für die Bedarfsplanung im ambulanten Bereich und insbesondere, welche Maßnahmen der Sicherstellung erfolgreich sind.
Marion Gumbel begrüßte im Namen des Vorstandes die Delegation und stellte die beiden Teilnehmer des BKK Landesverbandes Mitte vor. Daphne Bongardt, Landesvertreterin Berlin-Brandenburg ging in ihrem Vortrag auf die Bedarfsplanungsrichtlinien ein und stellte das Zulassungswesen der Gemeinsamen Selbstverwaltung vor. Die allgemeine Sicherstellung sei eine Aufgabe der gemeinsamen Selbstverwaltung. Allerdings gäbe es zunehmend Probleme, freiwerdende Arztsitze nachzubesetzen. Gerade junge Ärzte würden zunehmend Anstellungsverhältnisse mit Teilzeitoptionen bevorzugen. Matthias Tietz, Landesvertreter Sachsen-Anhalt, gab einen Überblick über die Inhalte des Koalitionsvertrages, insbesondere das geplante Primärarztmodell. Die japanischen Gäste zeigten sich sehr interessiert an den Themen und stellten detaillierte Fragen, etwa nach der Finanzierung des Strukturfonds zur Sicherstellung oder nach den Möglichkeiten, mit denen Bund und Länder das System steuern könnten.
Das japanische Krankenversicherungsmodell gibt es seit 60 Jahren. Alle Bürger sind in einer betrieblichen Krankenkasse oder über die jeweiligen Präfekturen krankenversichert. Auch das japanische System leidet unter Überalterung und einer schrumpfenden jungen Generation. Die Kluft zwischen Stadt und Land wird immer größer, sodass sich neben dem Problem der Finanzierung auch das Problem der Versorgung stellt. Japan ist daher gerade dabei, das System strukturell zu verändern und auch die medizinischen Leistungen neu zu bewerten. Insgesamt ähneln die Probleme in Japan sehr denen des deutschen Systems. Das zeigte auch das Schlusswort des Präsidenten: „Ich bin froh, dass wir in Japan nicht alleine diese Probleme haben, sondern dass man sie auch in Deutschland kennt“, so Herr Sano.